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Gesteine - Steine und Findlinge geologisch exakt erklärt |
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Steine nennen wir diese harten Dinger, die am Wegrand liegen und manchmal durch ihre Farbe und hübsche Zeichnung auffallen. Aber was ist ein Stein ganz genau? Der geologische Fachausdruck heißt "Gestein". Gestein setzt sich fast immer aus verschiedenen Mineralien zusammen. Bei Granit oder granitähnlichen Gesteinen - und viele Findlinge bestehen aus solchem Material - kann man die Körnchen der einzelnen Bestandteile (Kristalle!) oft mit bloßem Auge erkennen und bestimmen. Aber meist nur bei frischen Bruchkanten, weshalb der Geologe immer sein Hämmerchen dabei hat. Über 99 Prozent der Mineralien bestehen aus Kristallen. Daher handelt es sich bei Gesteinen i.a. aus kristallisiertem Material, das irgendwann einmal geschmolzen bzw. flüssig war oder aus wässrigen Lösungen bei hohen Drucken und Temperaturen hervorging. Granit z.B. entsteht tief im Erdinnern aus Magma. Der allgemeine Name für solche magmatisch gebildeten Tiefengesteine ist Plutonit. Tritt die Lava an der Erdoberfläche oder im Meerwasser aus, entstehen sogenannte Vulkanite. Sedimente sind Ablagerungen in Meeren und Gewässern, die sich durch geologische Prozesse (Faltungen, Gebirgsbildung) oder einfach unter der starken Auflast in kilometerdicken Schichten verfestigen und zum Gestein werden, z.B. Kalkstein oder Sandstein. Eine dritte Hauptgruppe sind die metamorphen Gesteine, die aus der Umwandlung von Magmatiten (Plutoniten oder Vulkaniten) oder Sedimentgesteinen hervorgehen, z.B. Gneis oder Schiefer. |
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Mehr Details zu Mineralien, Kristallen und Gesteinen
Natürliche "Steine" bestehen wie gesagt meist aus mehreren Mineralien und werden wissenschaftlich Gesteine genannt. Es gibt drei große Gruppen: Sedimente (z.B. Kalk- und Sandstein), Metamorphite (z.B. Gneis, Schiefer) und Erstarrungsgesteine. Letztere entstehen aus Magma (daher der Fachausdruck "Magmatite"), entweder tief im Erdinnern (Plutonite wie Granit) oder an der Erdoberfläche (Vulkanite wie Basalt). Über herumliegene einzelne Steine denkt man als Wanderer meist nicht weiter nach, aber bei Steinhaufen hat der Naturkenner bereits ein kleines Biotop vor sich, das prinzipiell unter Naturschutz steht. Dessen ungeachtet darf man sie sich schon mal genauer anschauen und findet dann die unterschiedlichen Typen von Gesteinen auf engstem Raum versammelt.
Findlinge
Findlinge werden oft als Denkmale und Gedenksteine verwandt. Der auf dem Foto abgebildete Gedenkstein liegt bei Parlow in einer kleinen Einfriedung nur 20 Meter vom Beobachtungsturm entfernt. Er erinnert an den Physiker und Mineralogen Franz Neumann und trägt den schönen Spruch: "Das Unerforschliche, das weder Form noch Namen hat, nahm mich in seine Arme." (Franz Neumann) Findlinge sind von Gletschern transportierte und ortsfremd wieder abgelagerte Gesteinbrocken (meist Granit) mit oft riesigen Ausmaßen. Der Große Stein" bei Neuendorf (nördl. Oderberg) mit seinen 15 Metern Umfang wiegt noch immer 200 Tonnen, obwohl im Jahr 1828 die Hälfte abgesprengt wurde. - Ein eindrucksvolles Naturdenkmal. Die Transportwege der Findlinge reichen von Schweden oder Finnland bis nach England oder an die Ostsee. In Deutschland bis hinunter" zu den Mittelgebirgen und eben auch bis nach Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. In Bayern nahm die Vereisung, ausgehend von den Alpen, hier also von Süden her ihren Lauf bis weit ins heutige Alpenvorland, beispielweise den Münchener Raum mit Starnberger See und Ammersee. Anhand der geologischen und mineralogischen Bestimmung eines Findlings kann man durch Vergleiche seinen Ursprungsort ermitteln und damit seinen zurückgelegten Weg und die Fließrichtung des Gletschers rekonstruieren. Die meisten bestehen aus Granit oder Gneis. Einige gehören der ästhetisch reizvollen Gruppe der Migmatite (Mischgesteine) an und zeigen Schlieren und Adern von geschmolzenem oder eingewandertem Material.
Steinhaufen - Lesesteine
Steinhaufen gelten als Sonder-Biotope, die Kleintieren Unterschlupf bieten und sind in der Regel geschützt. Sie entstehen entweder natürlich, z.B. als Anhäufung eiszeitlicher Geschiebe (Endmoräne) oder durch Menschenhand. Abgebildet ist ein Lesestein-Haufen wie er häufig an Feld- und Waldrändern anzutreffen ist. Teilweise werden ähnliche Haufen aus ökologischen Gründen neu angelegt, z.B. an der Waldstraße Gollin-Reiersdorf (Kopfsteinpflaster) am ersten Rastplatz zu sehen. Schließlich gibt es auch kultische Steinkreise und steinzeitliche Hügelgräber, wo weniger das Material als die Anordnung und Form von Interesse ist.
Mineralien und Kristalle
Praktisch alle Gesteine bestehen aus Mineralien und wieder fast alle der 3000 bekannten Mineralarten sind Kristalle! Kristalle zeichnen sich oft durch regelmäßig ausgebildete Flächen aus, die aufgrund der inneren Struktur zustandekommen. Es entstehen zum Beispiel Würfelformen (bei Pyrit), hexagonale Säulen (bei Bergkristall) oder schuppige Blättchen (bei Glimmer). Ingesamt ca. 200 verschiedene Mineralien sind in nennenswerten Mengen am Aufbau der Gesteine beteiligt, also gesteinsbildend. Gesteine und Kristalle sind gewöhnlich etwas sehr Dauerhaftes, aber sie sind nicht unzerstörbar, auch nicht der harte Diamant. Die natürliche Verwitterung schreitet voran und saurer Regen verstärkt sie noch, was an historischen Gebäuden, Denkmalen und Kunstwerken oft schwere Probleme bereitet. Jeder kleine Stein ist einmalig. Jeder Stein, geschaffen durch gewaltige und oft unendlich ausdauernde Erdkräfte (Druck, Wärme, Bewegung), die in anderen Zeitdimensionen abzulaufen scheinen, ist einmalig. Sind die geologischen Prozesse der Entstehung in jedem Fall noch etwas Besonderes, so setzen die allgemeinen Kräfte chemischer und physikalischer Natur die Arbeit am Material fort, am Gebirge wie am kleinsten Stein, und bringen dem Einzelstück seinen reizvollen zufälligen Charakter bei. Die Zeit, Erde (Materie), Feuer (Energie), Wasser und Wind sind die prägenden Elemente jedes daliegenden Steins, von der anfänglichen Entstehung bis zum heutigen Erscheinungsbild.
Entstehung und Zerfall
Die Gerölle wurden offensichtlich durch Wasser transportiert, bis alle Kanten am Gesteinsbrocken verschwanden. Endprodukt ist hier zunächst die anmutig runde, kugelige Gestalt, bis die Verwitterung auch diese verändert. Entstehung wie spätere Formgebung und Zerfall können ganz unspektakulär ablaufen, schleichend, in Jahrmillionen, auch ohne das klassische Feuerelement, sogar ohne Wasser. Von langsamster Entwicklung bis zur explosiven Sofortentstehung durch einen feuerspeienden Vulkan ist alles drin. Viele Kristalle entstehen hydrothermal, also unterirdisch durch mehr oder weniger heiße chemische Lösungen. Feuersteine im Anfangsstadium zum Beispiel werden im Meer aus kieselsäurehaltiger Lösung ausgefällt", später unter Druck verfestigt und entwässert, wobei die Knollen ihre zuweilen zwiebelige Schichtenstruktur erhalten. Auch die Wiederaufarbeitung im Zuge gebirgsbildender Prozesse ist möglich und führt zur Enstehung von besonderen Gesteinen, den Metamorphiten und Migmatiten. Migmatite sind Gesteine mit deutlich erkennbaren Schlieren und Adern, die auf ein erneutes Anschmelzen hindeuten. Sie sind noch stärker umgewandelt als Metamorphite, also sozusagen ultra-metamorph, und oft von ästhetischer Pracht. Der große Findling am Aussichtspunkt Althüttendorf ist ein Beispiel für diese Gruppe (Migmatite). |
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