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Zusatz-Infos: Brandenburger Großschutzgebiete am Beispiel der Schorfheide
Biosphärenreservate sind laut UNESCO-Definition Lebensräume, wo Natur und Kultur sich im Einklang befinden sollen, der Mensch also gerade nicht ausgeschlossen wird, auch nicht in seiner Wirtschaftstätigkeit. Die Probleme dieser "Koexistenz" werden durch das UNESCO-Forschungsprogramm "Mensch und Biosphäre" längerfristig, also quasi als begleitende Maßnahme untersucht. Diese geforderte Forschungstätigkeit, ebenso streng wie alle Schutzmaßnahmen, ist ein wichtiges Qualitätssiegel für Landschaften, die als Biosphärenreservat gelten dürfen. Selbstverständlich wird die umweltverträgliche Nutzung, auch in Form des Natur-Tourismus, von offiziellen Stellen und verschiedenen Organisationen gefördert, angeleitet und überwacht.
Brandenburg verfügt über 11 Naturparks, einen Nationalpark (Unteres Odertal, Uckermark-Polen) und 3 Biosphärenreservate. Erstere sind von regionaler, letztere von internationaler Bedeutung. In diese Großschutzgebiete integriert sind zahlreiche Naturschutzgebiete, wo grundsätzlich das Verlassen der Wege nicht gestattet ist. In den Kernzonen des Biosphärenreservats ist zusätzlich das Betreten des gesamten ausgeschilderten Gebietes verboten. Hier soll die Natur völlig sich selbst überlassen bleiben.
Die gesamte Landschaft des Barnim und der Uckermark ist von der Eiszeit geprägt. Als die Gletscher abschmolzen, - ein Prozess, der vor ca. 10.000 Jahren abgeschlossen war -, hinterließen sie viele Seen und Feuchtgebiete. Sanderflächen, die sich hinter der zurückweichenden Gletscherfront (also im Süden) ansammelten, sind heute für den heideartigen Bewuchs und ausgedehnte Kiefern-Monokulturen maßgebend verantwortlich. Aber gerade das Reservat ist von ausgedehnten Buchen- und Mischwäldern durchsetzt, die auf dem lehmigen Material der Grundmoräne gut gedeihen. Nicht nur zur vielfältigen Gestalt, sondern vor allem zum Artenreichtum tragen die zahlreichen Wiesen, Moore und Seen bei, welche die Schorfheide durchziehen. Der Wald bietet Schutz und reguliert den Wasserhaushalt. Und die Gewässer sind für den Naturschutz entscheidend, denn sie beherbergen nennenswerte bis starke Populationen seltener Wasservögel. Seeadler, Kormorane und Kraniche sind herausragende Beispiele. Fischotter und Biber haben reichlich Lebensraum und beste Bedingungen, sich zu vermehren.
Landschaftlich prägend ist insbesondere auch der Choriner Endmoränenbogen. Er bildet langgestreckte Hügelketten mit zahlreichen darin eingebetteten kleinen Seen. Unter- und Oberuckersee, Parsteiner See, Grimnitzsee und Werbellinsee sind die größeren. Überall sind Findlinge zu finden, selten auch riesige Felsblöcke mit vielen Tonnen Gewicht, und sehr verbreitet Feuersteine, die höchstens Kopfgröße erreichen. Die Weichsel-Eiszeit endete vor ca. 20.000 Jahren und klang in drei größeren Stadien aus, wobei die Schmelzwässer des letzten Stadiums, der Pommerschen Eisrandlage (vor ca. 10.000 Jahren) der Landschaft den letzten Schliff verliehen und z.B. das Eberswalder Urstromtal hervorbrachten. Die Pommersche Endmoräne zieht sich etwa diagonal, also von Nordwest (Templin) nach Südost (Oderberg) durch das Gebiet. |
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