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Goethe und die Natur - Ganzheitliche Erkenntnis durch Anschauung |
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Der Naturkenner und vielseitig begabte Forscher Goethe pflegte eine sehr moderne, ganzheitliche Methode der Naturforschung, die sich auf Vernunft und Anschauung, erst in zweiter Linie auf exakte mathematische und experimentelle Untersuchungen stützt. Seine berühmt gewordene Methode der Anschauung, eine spezielle Form der Naturbeobachtung, war stets getragen von vernünftigem Denken einerseits, aber eben auch von jederzeitigem Respekt vor der Integrität der Natur und des Lebens andererseits. Emotion und Anteilnahme war bei Goethe erlaubt und sogar erwünscht, bei allem Bemühen um Objektivität und faktische Erkenntnis. Genau das macht seine Haltung und Methode so faszinierend und zukunftsweisend. Sie kann auch heute noch, und gerade heute, als modern und wertvoll gelten. Schließlich ist man im Begriff, unter dem Vorwand des Fortschritts allen Respekt zu verlieren. Allzumal in der Medizin sind die ethischen Grenzen des Tolerierbaren mit den Möglichkeiten des Machbaren ständig miteinander in Konflikt. Die Grenzen des wissenschaftlich Sinnvollen und ethisch Vertretbaren sind teilweise längst überschritten worden, indem man Fortschritt um jeden Preis zu erlangen versucht. Das dient keineswegs immer zum Wohle der Menschen, wie behauptet wird. Goethe kann überdies in der gesamten Ökologie-Debatte als Ratgeber herhalten. Seine Mahnung, ein tiefgründiges Verständnis der Natur anzustreben, ohne mit Apparaten alles zu zergliedern und während der Untersuchung das Untersuchungsobjekt zu zerstören, sein ganzheitliches Verständis von humanem Handeln und humaner Wissenschaft, die dem Menschen wirklich dienen kann, ist hochaktuell und sollte endlich wieder richtig ernst genommen werden. |
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Naturganzheit als gefühlte Wahrheit schon bei Goethe. Moderne Meta-Ökologie heute.
Ökologie war zu Zeiten Goethes selbstverständlich noch kein gebräuchlicher Begriff, doch erkannte man sehr wohl, dass die Natur und ihre Beziehung zum Menschen ein höchst komplexes Thema darstellt. Und gerade Goethe packte dieses riesige Thema - Natur, Naturganzheit, Menschsein - ganz anders als üblich an, nämlich weder romantisch-schwärmerisch noch mathematisch-analytisch. Er fühlte so deutlich wie kaum ein anderer, dass es nicht nur Sinn macht, die Naturganzheit hervorzuheben, sondern dringend notwendig ist, das ganzheitliche Verständnis immer wieder anzumahnen.
Goethe gibt uns einen starken Ansporn, selbst zum besseren Naturverständnis zu finden. Das könnte man sogar als seine große Lebensleistung bezeichnen, neben der literarischen Hinterlassenschaft. Heute wissen wir (wieder), dass Natur und Ökologie weit mehr als die bekannten biologischen Zusammenhänge umfassen. Wir haben gerade in Deutschland ein außerordentlich geschärftes und hochentwickeltes Umweltbewusstsein. Nun gilt es, die positive Stimmung und ethische Grundhaltung verstärkt in praktisches Handeln einmünden zu lassen.
Nachhaltiges umweltbewusstes Handeln kommt nicht aus reinem Nützlichkeitsdenken!
Der gute Wille allein nützt nichts, wenn der Alltag nicht tatsächlich so umweltverträglich und mitmenschlich wie möglich gelebt wird. Was meistens fehlt, ist die Bereitschaft, für den anderen mitzudenken und notfalls selbstlos zu handeln, anstatt die anderen nur mit Vorwürfen und Vorschriften zu überschütten. Am effektivsten ist es immer noch, mit gutem Beispiel voranzugehen. Wenn immer nur der letzte Sinn und die konkrete Effektivität des umweltfreundlichen Handelns hinterfragt und angezweifelt wird, kann sich auch nichts zum Positiven wenden. Mitmenschliches Handeln, das voraussetzt, ehrlich an das Wohl aller zu denken und dafür auch über den eigenen Schatten zu springen, ohne eigennütziges Kalkül und allzu nüchternes Nützlichkeitsdenken, das fehlt heute weiterhin. Und dieses Manko kann nur durch ein Umdenken an der Basis ausgeglichen werden.
Unsere "Weltanschauung", inklusive aller ethischen Werte und sonstigen Grundüberzeugungen, ist die Basis für jede Handlung und sollte viel besser bewusst gemacht werden. Denn nur wenn sie richtig bewusst ist, kann dieses alltägliche Denken, das eben leider auch irren und völlig falsch sein kann, hinterfragt und verändert werden! |
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