Eiszeit

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  Eiszeit in Brandenburg - Erdgeschichte contra Klimawandel  
  Eiszeiten sind in der Geschichte der Erde nichts Ungewöhnliches. Immer wieder gab es Klimaverschiebungen, wofür Polsprünge (Wechsel des magn. Nord- und Südpols) oder eine veränderte Sonneneinstrahlung als Ursachen vermutet werden. Abgesehen von diesen extrem seltenen Naturereignissen greift heute der Mensch nachhaltig in das Geschehen ein und verursacht durch Abholzung der Regenwälder und gleichzeitig erhöhte Kohlendioxid-Freisetzungen den sogenannten Klimawandel. Geologen und Geowissenschaftler können heute mit modernsten Methoden zuverlässig in die Vergangenheit schauen, während Meteorologen sich schon mit sehr kurzfristigen Vorhersagen überaus schwer tun. Sichere Erkenntnisse erhält man immer nur im Rückblick. Erdgeschichtlicher Fakt ist: In geologisch "jüngster" Zeit war ganz Norddeutschland vollständig mit Eis bedeckt. Diese letzte Eiszeit, die sogenannte Weichsel-Eiszeit, ging "erst" vor ca. 12.000 Jahren (historisch: mittlere Steinzeit) zu Ende. Davor gab es schon viele andere Kälte- und Wärme-Perioden. Auf dem Höhepunkt der Weichsel-Eiszeit erreichte das Inlandeis eine Höhe von bis zu drei Kilometern! Beim Rückzug der Eismassen, der vor ca. 20.000 Jahren begann, erhielt die Landschaft ihren Charakter mit einer ganzen Serie typischer Elemente wie z.B. hügelige Endmoränen.  

Kann der menschengemachte Klimawandel eine geologisch bedingte Eiszeit verhindern?

Der altbekannte Treibhauseffekt, der offenbar ein rasanteres Tempo angenommen hat, das kaum mehr mit natürlichen Vorgängen erklärbar ist, führt bekanntlich zur Erderwärmung und zum Abschmelzen des Polareises. Das heißt aber nicht, dass in Jahrhunderten oder Jahrtausenden nicht dennoch wieder eine Eiszeit möglich ist. Das Klima ist aufgrund höchst komplexer Zusammenhänge wissenschaftlich nicht exakt vorhersagbar, und nicht einmal das kurzfristige Wetter der nächsten Tage läßt sich einigermaßen zuverlässig berechnen wie man täglich unschwer beobachten kann. Immer erst im Rückblick weiß man mehr und die Erdgeschichte der letzten 500 Millionen Jahre ist bereits sehr gründlich erforscht.

Eiszeitliche Böden und Endmoränen

Auch beim Inlandeis kann man von regionalen "Gletschern" sprechen. Auf dem Höhepunkt der jeweiligen Eiszeit ist die Gletscherfront am weitesten vorgerückt. Wo die Gletscherzunge einst im Gelände verlief, ist heute am Vorhandensein bogenförmiger Hügelketten, den sogenannten Endmoränen erkennbar. Die Anhäufung und Ablagerung von Material erklärt sich durch den Prozess, dass eine zeitlang das Abschmelzen und der Nachschub von Eis aus dem Norden miteinander im Gleichgewicht standen, so dass die Gletscherfront annähernd unverändert blieb. Der Nachschub führte immer auch Schutt und Gesteinsmassen mit sich, die somit am Ende des Eisrandes weiter aufgehäuft wurden. Die Schmelzwässer hatten nicht mehr die Kraft, schwere Gesteinsbrocken - die Findlinge - zu bewegen, transportierten aber kolossale Massen an Sand und feinem Material. So befinden sich heute vor den Endmoränen weite Flächen sandigen und tonigen Materials, die Sander. Die vom Eis zurückgelassene Hauptfläche und ihr typisches Material wird als Grundmoräne bezeichnet. Die Grundmoränen befinden sich heute dort, wo einst das Eis auflagerte. Hier besteht der Boden aus Gesteinsschutt, Geschiebelehm und Mergel. Lehm und Mergel stauen das Wasser, so dass in den vom Eis ausgeschürften oder bereits vorhandenen Senken die Seen entstehen konnten. Moränenlandschaften sind typischerweise durch zahlreiche Seen und einzelne Urstromtäler geprägt, was ihren besonderen Reiz ausmacht. Anhand der geologischen und mineralogischen Bestimmung eines Findlings kann man durch Vergleiche seinen Ursprungsort ermitteln und damit seinen zurückgelegten Weg und die Fließrichtung des Gletschers rekonstruieren.

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